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6:3 gegen Vegesack - Hastedt holt den dritten Platz!

Das Spiel war chaotisch und aus Hastedter Sicht teilweise nicht schön anzusehen. Trotzdem wurde das Ziel erreicht: dank des 6:3-Sieges gegen die SG Aumund-Vegesack beendet der BSC seine erste Saison in Bremens höchster Spielklasse auf Platz drei.

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Das Personal

Die Hastedter Trainerbrüder Gökhan und Samet Deli hatten nach den Ergebnissen der letzten Wochen eigentlich nur wenig Grund ihre Startformation zu verändern. Im Vergleich zu der Beginner-Elf vom 6:1-Erfolg beim Bremer SV am vorletzten Freitag gab es heute gegen die SG Aumund-Vegesack aber dann doch vier neue Gesichter auf dem Platz. In der Abwehrkette war Dickson Cuukwudi Onyeulo heute nicht am Start, er machte Platz für Ikrami Olatunji der seine Sperre nach seiner roten Karte im Spiel gegen den FC Oberneuland (0:2) abgesessen hatte. Im Mittelfeld ersetzte der eher defensiv ausgerichtete Abubacarr Ceesay (der vorgestern auch noch seinen 20. Geburtstag feierte) den rot-gesperrten Moussa Alawie, zudem stand Florent Aziri für Diyar Kücük von Beginn an auf dem Feld. Zu guter Letzt ersetzte Affamefuna-Michael Ifeadigo Haris Lakic in der zweiten Sturmspitze neben Iman Bi-Ria. Letzterer, mehrfacher Fußballer des Jahres in Bremen, absolvierte heute das letzte Spiel seiner aktiven Karriere in der Bremen-Liga.

Es ist bekannt dass die Personaldecke bei der SG Aumund-Vegesack alles andere als dick ist, und so hat SAV-Trainer Björn Krämer nach dem 2:5-Patzer gegen den ESC Geestemünde am vorangegangenen Wochenende seine Mannschaft vielleicht nicht so sehr umbauen können wie er es gerne gewollt hätte. Und so gab es lediglich zwei Veränderungen: im Tor begann Marvin Ekuase anstelle des Geestemünde-Starters Florian Alexander Schäfers, der heute nur auf der Bank Platz nahm. Außerdem stand Mittelfeldmotor Nick Enghardt heute nicht im Kader, für ihn begann der etwas defensivere Marius Bosse. Abgesehen von diesen beiden Wechseln blieb die Startelf personell unverändert besetzt.


Der Spielverlauf

Die äußeren Bedingungen waren äußerst fußballfreundlich am heutigen Samstag Nachmittag. Die Strahlen der Sonne wurden nur durch wenige Wolkenschatten gestört bei Temperaturen leicht über 20°C. Der frisch gemähte Rasen war in einem hervorragenden Zustand, wofür wir uns nochmal herzlich beim zuständigen Platzwart des FC Union 60 Bremen bedanken möchten. Dafür war der Run auf die Kasse eher verhalten: handgezählte 15 Zuschauer beehrten heute die Sportanlage am Rollsportstadion; das es nicht mehr waren ist wohl der Tatsache geschuldet dass die wirklich wichtigen Entscheidungen der Stark Bremen-Liga heute auf anderen Plätzen ermittelt wurden.

Die erste Halbzeit:

Fast hätte der BSC Hastedt auch heute wieder einen perfekten Start hingelegt. Bereits in der 4. Spielminute hatte Ifeadigo die Möglichkeit zur Führung auf dem Fuß, sein eleganter Lupfer flog nur leider nicht nur über SAV-Keeper Ekuase sondern auch über das von ihm bewachte Gehäuse.

Besser machten es da die Gäste, und zwar in Person von Nils Husmann. Der nutzt einen Moment der totalen Konfusion in der Hastedter Verteidigung und stand plötzlich allein vor Jashari. Der sprang dem Angreifer mutig entgegen, wurde aber geschickt umkurvt und musste dann hilflos mit ansehen wie Husmann die Kugel in der 5. Minute mühelos zum 0:1 in Richtung Tornetz schob.

Hastedt versuchte in der Folge immer wieder den Vegesacker Defensipanzer zu knacken, biss sich aber regelmäßig die Zähne aus. Unzählige Male versuchte der BSC über rechtsaußen sein Glück und ebenso viele unzählige Male rannten sich die Hausherren ebendort fest - und mussten jedes Mal höllisch aufpassen sich nach dem obligatorischen Ballverlust keinen Konter einzufangen. Die Deli-Elf wirkte unkonzentriert und hektisch, was natürlich auch auf die Stimmung drückte.

Die Gäste aus Bremen-Nord hingegen zeigten ein beeindruckend effizientes und diszipliniertes Defensivspiel, sehr sichere Pässe und kontrolliertere Ballannahmen. Allerdings ging Vegesack auch von Beginn an ein ziemlich hohes Tempo, was sich angesichts der sommerlichen Temperaturen und dem prallen Sonnenschein später noch rächen sollte.

Eigentlich ist es nicht die Art dieses Autors, aber man muss leider sagen dass die Schiedsrichter heute doch ein wenig auf Kriegsfuss mit der Abseitsregel standen. Als Beispiel sei hier nur eine Szene aus der 25. Minute genannt, als Husmann aus stark abseitsverdächtiger Position wieder das Gehäuse von Jashari unter Beschuss nahm, diesmal rollte der Ball jedoch rechts vorbei.

Hastedt gab jedoch nicht auf und versuchte weiter beharrlich die Kugel nach vorne zu treiben. In der 28. Minute feuerte Aziri von Rechtsaußen (wo sonst?) eine scharfe Flanke in Richtung Strafraum, dort machte das Spielgerät eine flüchtige Bekanntschaft mit der Schädeldecke von Bi-Ria - zack, da war der Ausgleich zum 1:1! Besser bekommt man es auf der PlayStation auch nicht hin.

Bi-Ria war auch einer der Hauptdarsteller der nächsten Szene nur drei Minuten später. Den ersten Auftritt hatte jedoch Vegesacks Jannis Kurkiewicz, der im eigenen Strafraum Ifeadigo regelwidrig vom Spielgeschehen abmeldete und dafür mit der gelben Karte bedacht wurde. Den nun fälligen Strafstoß verwandelte Bi-Ria sicher und schon fast lässig zum 2:1 gegen einen chancenlosen SAV-Torwart Ekuase (31. Minute).

Hastedt kam von nun an deutlich besser ins Spiel, doch die Unsicherheiten in der Abwehr sowie in der allgemeine Koordination der Pass- und Laufwege war immer noch nicht gänzlich abgestellt. Symptomatisch dafür der Eckball, denn Hastedt kurz vor der Pause zugesprochen kam: geschlagen von Aziri von der rechten Seite sauste der Ball viel zu flach in Richtung Strafraum, wo er von der Abwehr der Gäste sofort abgefangen wurde. Vegesack startete unverzüglich einen blitzschnellen Konter, der vom BSC nicht rechtzeitig abgewürgt werden konnte. Die Folge: ein toll getimter Pass von Uslu auf Hodzic, der zum 2:2-Halbzeitstand traf (44. Minute).

Die zweite Halbzeit:

Keine Spielerwechsel zur Halbzeit, beide Teams kamen unverändert aus ihren Kabinen. Die Hausherren schienen mit deutlich mehr Elan zurückgekehrt zu sein: in der 47. Minute schlug Jannis Kurkiewicz einen Eckball für Vegesack ins Spielfeldinnere, dort wurde er aber sofort vom BSC unter Kontrolle gebracht. Der nun initiierte Konter hätte leicht zum 3:2 führen können, doch der letzte und entscheidende Pass von Aziri auf Bi-Ria geriet etwas zu steil sodass der Torjäger nicht mehr rechtzeitig an den Ball kam.

Dem BSC Hastedt gelang es nun immer besser die Gäste aus Vegesack in Gefahr zu bringen. In der 53. Minute zappelte der Ball im Netz, Ifeadigo hatte ihn dort hin befördert. Doch der Jubel erstickte abrupt, denn die Fahne des Schiedsrichter-Assistenten war oben - eine zweifelhafte Entscheidung, nicht die erste heute. Drei Minuten später war es Aziri der die Führung auf dem Fuß hatte, sein Schuss fetzte nur knapp links unten am Tor vorbei. Wieder acht Minuten später, wieder "Affa" Ifeadigo: geschickt hatte er sich durch den gegnerischen Strafraum getanzt und war alleine vor SAV-Keeper Ekuase aufgetaucht, am Ende passierte die Kugel jedoch erneut die falsche Seite des Torpfostens. Aus dem nun fälligen Abstoß bastelten die Gäste einen pfeilschnellen Konter, an dessem Ende ein genialer Pass von Christian Boehmer auf Marius Bosse und damit das 2:3 in der 65. Minute stand.

Die Deli-Brüder waren ob der Tatsache dass ihre Mannschaft sich so leicht hatte auskontern lassen stinksauer und nahmen den ersten Spielertausch vor: für Elmehdi Faouzi war Feierabend, für ihn kam Ridvan Sahin (66. Minute) - ein Glücksgriff, wie sich später noch zeigen sollte.

Auch wenn Vegesack bisher weitaus cleverer und abgebrühter agiert hatte als Hastedt, so war ihr extrem hohes Tempo auch äußerst kräftezehrend gewesen - was sich von nun an immer mehr zeigte. So konnten sie beispielsweise nur weniger Sekundenzeigerumdrehungen später nicht verhindern wie Bi-Ria, schon fast an der Grundlinie in ihrem Strafraum stehend, den Ball volley auf den in der Mitte lauernden Ifeadigo weiterleitete. "Volley kann ich auch!", schien er sich gedacht zu haben und knüppelte das Ding unhaltbar für Ekuase mit einem Knall den man vermutlich bis zur Zweitligametropole an der Elbe gehört hat zum 3:3-Ausgleich direkt unter die Latte (70. Minute).

Direkt nach diesem Treffer der zweite Wechsel beim BSC Hastedt: Milad Mansoori kam in die Partie, er ersetzte den völlig ausgepowerten Ikrami Olatunji (70. Minute).

Von nun an lief es für Hastedt wie am Schnürchen. Minute 71: Marcus Kenneweg leitet die Kugel wunderbar weiter auf den goldrichtig stehenden Bi-Ria, der trifft zum 4:3. Nur fünf Minuten später kann sich Aziri elegant in Szene setzen, der Flügelflitzer flankt schön auf den zuvor eingewechselten Sahin - 5:3 für den BSC Hastedt (76. Minute).

Die 81. Minute: Vegesacks Sinan Alija und Hastedts Aziri hatten sich für den Geschmack des Schiedsrichters ein paar Nettigkeiten zuviel gegenseitig an den Kopf geworfen und wurden dafür beide mit der gelben Karte belohnt. Ich frage mich ob ich mal ein Hastedt-Spiel ohne Rudelbildung erleben werde.

Den Schlusspunkt unter dieses Spiel setzte John-Dieter Thöle in der 83. Minute, der nach einer tollen Flanke von Kapitän Sedat Yücel den 6:3-Endstand erzielte.

 

Am Ende bleibt das Fazit: kein schönes Spiel und bei Hastedt in Sachen Konzentration und Defensivleistung alles andere als eine Glanzleistung. Dank der am Ende aufflammenden Offensivkraft und der besser Kondition jedoch ein verdienter Sieg.


Der Ausblick

Für die Gäste aus Vegesack ist die Saison bereits beendet. Der BSC Hastedt hat hingegen noch ein Pflichtspiel auf dem Programm: am 21. Mai (Pfingstmontag) trifft man im Finale des Lotto-Pokals im Stadion Obervieland (Bremen-Arsten) ab 14:30 Uhr auf den Blumenthaler SV. Der Sieger dieses Endspiels qualifiziert sich für die erste Hauptrunde des großen DFB-Pokals 2018/2019 und trifft dort in einem Heimspiel auf eine Mannschaft aus der Bundesliga oder 2. Bundesliga.


Die Torschützen

SPIEL-

MINUTE

 

TORSCHÜTZEN BSC HASTEDT

SPIEL-

STAND

TORSCHÜTZEN

SG AUMUND-VEGESACK

5'   0:1 Husmann (ohne Assist)
28' Bi-Ria (Aziri) 1:1  
31' Bi-Ria (Strafstoß, Kurkiewicz an Ifeadigo) 2:1  
44'   2:2 Hodzic (Uslu)
65'   2:3 Bosse (Boehmer)
70' Ifeadigo (Bi-Ria) 3:3  
71' Bi-Ria (Kenneweg) 4:3  
76' Sahin (Aziri) 5:3  
83' Thöle (Yücel) 6:3  

Anmerkung: Ja, wir wissen dass bei fussball.de eine andere Torreihenfolge und andere Spielminuten genannt werden. Aus uns unbekannten Gründen hat der Schiedsrichter keinen große Sorgfalt bein Eintragen der Spieldaten ins DFBnet an den Tag gelegt. Der BSC Hastedt garantiert dass die hier genannten Daten korrekt sind.


Das Personal des BSC Hastedt

Startaufstellung:

12 JASHARI, Jasin (TW)  
2 OLATUNJI, Ikrami 70'
5 THÖLE, John-Dieter  
9 IFEADIGO, Affamefuna-Michael 42'
10 BI-RIA, Iman Saghey  
14 FAOUZI, Elmehdi 66'
16 YÜCEL, Sedat (C)  
19 MEHRTENS, Kai 63'
23 AZIRI, Florent 82'
24 KENNEWEG, Marcus  
25 CEESAY, Abubacarr  

Reserve:

1 RICHTER, Lars (TW)  
3 MANSOORI, Milad  70'
8 MUHAREMI, Dragan Krzysztof  63'
15 SAHIN, Ridvan  66'
18 JANINE, Mohamed  

Trainer:

TR DELI, Gökhan  
Co DELI, Samet  
Co GABEL, Jörg  


Das Personal der SG Aumund-Vegesack

Startaufstellung:

18 EKUASE, Marvin (TW)  
4 BOEHMER, Christian (C)  
5 PRIGGE, Marco  
6 MC CLINTON QUARSHIE, Clinton  
8 HUSMANN, Nils  
10 HODZIC, Muhamed  
14 KURKIEWICZ, Jannis 30'
20 RADKE, Andreas  
22 BOSSE, Marius  
24 ALIJA, Sinan 83' /  88'
27 USLU, Kasim 79'

Reserve:

1 SCHÄFERS, Florian Alexander (TW)  
2 OUEDRAOGO, Brice  88'
7 EL-MADHOUN, Issam  
16 RAMIC, Fahruddin  79'

Trainer:

TR KRÄMER, Björn  
Co EL-MADHOUN, Issam  


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