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Heimsieg in strömenden Regen gegen Borgfeld

An diesem Wochenende traten die Hastedter Spieler den unwiderlegbaren Beweis an dass sie keine Schönwetterfußballer sind. Im strömenden Regen des Rollsportstadions gewann der BSC gegen Aufsteiger Borgfeld mit 3:1 und entfernte sich damit erstmals deutlich von den Abstiegsplätzen.


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Zwischen Flipper-Automat und Kampfeswillen

ERSTE HALBZEIT: Der BSC Hastedt ist zurück in der Spur, zumindest vorerst. Der Landesliga-Meister von 2017 gewann in einem äußerst nassen Duell gegen seinen Titelnachfolger mit 3:1, wobei die Partie durchaus noch torreicher hätte ausfallen können. Im zu Beginn dezenten Bremer Nieselregen ging der BSC früh in Führung: bereits in der 2. Minute konnte das 1:0 durch Innenverteidiger Badara Njie bejubelt werden, der erst am Tag zuvor seinen 24. Geburtstag gefeiert hatte. Der BSC dominierte diese Anfangsphase beinahe nach Belieben, einzig Ungenauigkeiten im Passspiel verhinderten eine noch höhere Führung. Doch nach etwa einer halben Stunde schien plötzlich der physische und psychische Akku mit einem Schlag leer zu sein: die Platzherren agierten von einem Moment auf den anderen fahrig, unkonzentriert und zum Teil sogar tollpatschig. Ballannahmen gerieten zur Flipper-Partie, die Bälle versprangen manchmal so weit dass man glauben konnte in den Schuhen sowie im Spielgerät seien gleichpolige Magnete versteckt. Das ging natürlich nicht lange gut: als ob sie darum gebettelt hätten konnte Borgfelds Abwehrmann Erik-Ove Henningsson zum 1:1-Ausgleich einnetzen (28. Minute), BSC-Keeper Marcel Pfaar sowie die gesamte Hastedter Abwehr hatten in dieser Szene nicht gut ausgesehen. Für den Keeper war dieser Gegentreffer ein Weckruf, was man von seinen Vorderleuten leider nicht behaupten kann: immer wieder ließ sich die Verteidigung überrumpeln und hätte sich in dieser Phase über zwei oder gar drei weitere Gegentore wirklich nicht beschweren dürfen – es war Pfaar zu verdanken dass es soweit nicht kam. Umso überraschender kam dann die erneute Führung für den BSC Hastedt in der 43. Minute durch Elmehdi Faouzi, welche das Spielgeschehen der vorangegangenen Viertelstunde so ziemlich auf den Kopf stellte. Mit diesem Resultat ging es dann auch in die Pause.

 

ZWEITE HALBZEIT: Der BSC Hastedt kam besser und mit sichtbar mehr Kampfeswillen aus der Kabine und erarbeitete sich wieder gute Möglichkeiten zum Torerfolg. Knappe zehn Minuten nach Wiederanpfiff tauchte Faouzi mutterseelenallein vor dem Tor des SC Borgfeld auf; der Stürmer hätte alle Zeit der Welt gehabt sich den Ball bequem zu einem präzisen Schuss zurecht zu legen – doch er war zu ungeduldig, probierte es volley und ballerte so lediglich ein dickes Loch in die Erdatmosphäre. Etwa sechs Minuten später eine allgemeine Schrecksekunde: Hastedts Luei Omar und SCB-Keeper Simon von Hallen rasselten jeweils mit gestreckten Bein ineinander. Zum Glück hatte diese Kollision keine schweren Folgen, beide Akteure konnten weiterspielen. Nur wenige Augenblicke danach erneut eine gute Torgelegenheit für die Platzherren: Florent Aziri schnibbelte von Linksaußen eine messerscharfe Flanke ins Zentrum, wo Ardian Kaloshi lauerte und nur knapp über das Tor köpfte. Vielversprechende Chancen gab es nun im Fünf-Minuten-Takt, doch sie blieben zu oft ungenutzt, wie etwa ein Freistoß aus vielversprechender Position, der jedoch so heftig an Freund und Feind vorbeisegelte dass er um ein Haar Christoph Kolumbus eingeholt hätte. Aufgrund der Witterungsverhältnisse wurde es mittlerweile zunehmend schwerer dem Spielgeschehen zu folgen. Regen und Wind hatten so stark zugenommen dass sich die meisten Zuschauer, inklusive dem Verfasser dieser Zeilen, unter den einzigen Sonnenschirm am Platz eng zusammengedrängt hatten, der aber auch zunehmend die Fähigkeit verlor das kalte Nass von den darunter kauernden Köpfen fernzuhalten. So ging auch fast unter dass der BSC Hastedt tatsächlich noch einen Treffer erzielte: Aziri, heute erstmals als Mannschaftskapitän auf dem Platz, erhöhte in der 67. Minute auf 3:1. Kurz vor dem Schlusspfiff verdrehte sich Borgfelds Offensivmann Yassin Bekjar nach einem Zweikampf so unglücklich das Knie dass er mit Verdacht auf Kreizbandriss ausgewechselt werden musste (81. Minute). Wir wünschen an dieser Stelle schnelle und vollständige Genesung!

 

AUSBLICK: Während am kommenden Wochenende das Achtelfinale im Lotto-Pokal ausgespielt wird absolviert der BSC Hastedt am Sonntag den 30. September um 14:30 Uhr ein Testspiel auswärts beim Bezirksligisten TSV Hasenbüren. Das nächste Pflichtspiel steht am 7. Oktober auf dem Stundenplan, dann geht es um 15:30 Uhr in der Stark Bremen-Liga nach Bremerhaven zu Sport-Freizeit Leherheide, dem zweiten Neuaufsteiger.


Hastedter Stimmen zum Spiel

GÖKHAN DELI (Trainer):

"Der Sieg ist verdient gewesen, da wir mehr Spielanteile hatten und den Sieg mehr wollten als Borgfeld. Auch haben wir die Treffer im Richtigen Moment erzielt. Der Gegentreffer ärgert mich allerdings, denn mal wieder waren wir bei einer Standardsituation nicht aufmerksam genug und standen nicht richtig. Marcel Pfaar sah da natürlich nicht gut aus, jedoch hätten auch drei oder vier andere Spieler schneller schalten müssen. Abgesehen von dieser Szene hat unser Torhüter aber eine sehr gute Partie abgeliefert. Spielerisch war es definitiv eine Steigerung gegenüber dem Spiel von letzter Woche [1:4-Niederlage beim TuS Schwachhausen; Anm. d. Red.]. Positiv hat mich auch Revan Coškun überrascht: ich habe ihn einfach ins kalte Wasser geworfen und ihn auf der für ihn ungewohnten Position des linken Außenverteidigers gebracht; diese Aufgabe hat er hervorragend gelöst."

IMAN BI-RIA (sportlicher Leiter):

"Der SC Borgfeld hat durch seine Konter in der ersten Halbzeit immer wieder für gefährliche Aktionen gesorgt, sodass wir uns in der Phase des Spiels über zwei Gegentore nicht hätten beschweren dürfen. Doch im Laufe des Spiels haben wir immer mehr die Kontrolle übernommen. Wir haben Charakter gezeigt, Torchancen kreiert, die Zweikämpfe angekommen und sehr starken Ballbesitz-Fußball gespielt. Deshalb sind die drei Punkte völlig verdient in Hastedt geblieben. Wir haben den Anschluss an die obere Tabellenhälfte gewahrt, daran wollen wir im nächsten Spiel gegen Sport-Freizeit Leherheide [am 7. Oktober in Bremerhaven; Anm. d. Red.] unbedingt anknüpfen!"

FLORENT AZIRI (Torschütze zum 3:1-Endstand, war erstmals Mannschaftskapitän):

"Das wir eine sehr sehr gute Mannschaftsleistung! Wir waren sehr diszipliniert, das hat die Mannschaft bis zur letzten Minute hervorragend gemacht. Wir hatten zwar in der ersten Halbzeit eine schwache Phase in der wir förmlich nach einem Gegentor gebettelt haben, aber wir sind sehr gut zurückgekommen und haben unser Ding einfach zu Ende gespielt. Wir hätten vielleicht einige Torchancen klarer nutzen müssen, dann wäre das Spiel vielleicht nicht 3:1 ausgegangen sondern 5:2. Nichtsdestotrotz hat das Team eine tolle Leistung gezeigt, hat viel miteinander geredet und eine ganz andere Körpersprache gezeigt als in den letzten Spielen. Es hat mich auch sehr geehrt dass ich die Mannschaft zum ersten Mal als Kapitän aufs Feld führen durfte, umso mehr freut es mich dass wir dieses Spiel mit einen Sieg krönen konnten. Das wichtigste war jedoch dass wir die drei Punkte eingefahren haben. Vielleicht gelingt es uns ja nun eine kleine Serie zu starten, denn die Mannschaft hat Potenzial und kann gut spielen, nur hatten wir zuletzt einen blöden Hänger. Ich hoffe dass das jetzt endlich vorbei ist."


Statistiken

BSC HASTEDT – SC BORGFELD ... 3:1 (2:1)

1:0_ Badara Njie (2')

1:1_ Erik-Ove Henningsson (28')

2:1_ Elmehdi Faouzi (43')

3:1_ Florent Aziri (67')

 

BSC HASTEDT: Marcel PfaarRevan Mert Coškun, Badara Njie, Sören Tetzlaff, Dickson Chukwudi OnyeuloKai Mehrtens, Luei Omar (87' Max Buschermöhle), Firas TayariFlorent Aziri ©, Elmehdi Faouzi, Ardian Kaloshi. – Trainer: Gökhan Deli.

SC BORGFELD: Simon von Hallen – Doguhan Cigdem (67' Leon Kahrs), Erik-Ove Henningsson, Mathis Kröger, Gerrit Kubin, Nicolas Soller – David Lange, Florian Meyer (84' Ahmet Derin), Björn Nennecke – Yassin Bekjar (81' Christian Ulm), Christopher Taylor ©. – Trainer: Ugur Biricik.

NICHT EINGESETZTE RESERVESPIELER: Pascal Wiewrodt (Torhüter), Hasan Dalkiran, Mohamed Janine, Sergio Koleci, Dennis Krefta, Haris Lakić – Mahmoud Hachem (Torhüter), Florian Haar.

 

SCHIEDSRICHTER: Nils Riedel (TuS Schwachhausen). – ASSISTENTEN: Anton Bernecker, Mert Yerlikaya. – GELBE KARTEN: Kai Mehrtens (71', Foulspiel, 3. gelbe Karte) – Simon von Hallen (88', Foulspiel).

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