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Torflut: Hastedt schlägt Vegesack 6:3

Es scheint das Lieblingsergebnis dieser beiden Mannschaften zu sein: bereits zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres gewinnt der BSC Hastedt gegen die SG Aumund-Vegesack mit 6:3. Ein Sieg der in seiner Höhe durchaus als schmeichelhaft bezeichnet werden darf, zeigten die Hausherren vor der Pause doch eine geradezu vogelwilde Vorstellung.


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Nachjustieren in der Halbzeitpause

PERSONAL: Im Vergleich zur 0:3-Niederlage am vorherigen Wochenende beim Spitzenreiter Bremer SV veränderte der BSC Hastedt seine Startaufstellung auf drei Positionen. Für den gesperrten Verteidiger Badara Njie, der letzte Woche beim BSV die gelb-rote Karte gesehen hatte, spielte Inouss Bourai-Touré von Beginn an der zuletzt wegen Rückenproblemen gefehlt hatte. Zudem fehlte heute Youness Buduar wegen einer Verletzung, für ihn stand der am Panzenberg aufgrund seiner fünften gelben Karte gesperrte Luei Omar in der Startelf. Den letzten Tausch nahmen die Trainer in der Sturmspitze vor: Ardian Kaloshi saß gegen Vegesack zunächst auf der Bank, seinen Posten übernahm Dennis Krefta.

ERSTE HALBZEIT: Die Begegnung begann gleich mit einer Hanswurst-Aktion: Haris Lakic leistete sich ein dummes Foul im eigenen Strafraum, woraufhin Schiedsrichter Sebastian Schiller sofort auf den Punkt zeigte. Den nun fälligen Elfmeter verwandelte Nick Enghardt sicher und souverän zur 0:1-Führung für die Gäste aus Bremen-Nord (10. Minute). Es entwickelte sich nun eine teilweise ruppige Partie die von großen Unvermögen  auf beiden Seiten in Sachen Stellungsspiel und Passsicherheit geprägt war. In der 19. Minute leistete sich Abdullah Basdas ein heftiges Foul an Florent Aziri und hatte Glück dass Schiedsrichter Schiller die gelbe Karte stecken ließ. Dieses Glück verließ den Vegesacker Angreifer acht Minuten später als er sich für ein erneutes hartes Einsteigen die nun überfällige Verwarnung abholte. In der 34. Minute eröffnete sich dem BSC Hastedt die erste große Chance zum Ausgleich: nach einer Ecke sprang Max Buschermöhle perfekt dem Ball entgegen, sein wuchtiger Kopfball klatschte gegen die Querlatte. Zwei Minuten später machte es Elmehdi Faouzi besser: der Offensivspieler hatte sich bis zur linken Grundlinie durchgemogelt und drosch den Ball aus sehr spitzen Winkel zum 1:1 unter die Stange (36. Minute). Die Freunde über den Ausgleich wurde drei Minuten später fast wieder getrübt: erneut leistete sich die Hastedter Defensive einen stumpfen Aussetzer im eigenen Strafraum, erneut zeigte Schiedsrichter Schiller auf den Elfmeterpunkt, erneut legte sich Nick Enghardt den Ball zurecht. Doch dieses Mal blieb BSC-Keeper Marcel Pfaar der Sieger, mit einer blitzschnellen Reaktion parierte er erfolgreich den satten Schuss des Vegesackers (39. Minute). Dieser gehaltene Strafstoß schien im Teangefüge der Hausherren so etwas wie eine Initialzündung ausgelöst zu haben. Der BSC erspielte mehr Druck auf die Verteidigungsreihen der Gäste und holte in der 42. Minuten einen Eckball heraus. Der hereinsegelnde Ball hatte ein dickes Spielerknäul im Strafraum zur Folge, in dessen Mitte John-Dieter Thöle seine Glatze goldrichtig positionierte und zur 2:1-Führung einköpfte. Vielleicht war es die Kombination aus Führung und sehr naher Halbzeitpause welche die Konzentration der Hastedter Abwehrabteilung wieder in kleine Stückchen zerbröselte und so Abdullah Basdas noch vor dem Pausenpfiff den Ausgleichstreffer zum 2:2 ermöglichte (44. Minute).

ZWEITE HALBZEIT: Während der Halbzeitpause waren laute Motivationsrufe aus der Kabine des BSC Hastedt zu hören, die nach Wiederanpfiff, als beide Mannschaften unverändert auf den Platz zurückkehrten, ihre Wirkung anscheinend nicht verfehlten. Tatsächlich ging der BSC erneut in Führung, allerdings auf andere Art und Weise als erwartet. Ein Eigentor von Pechvogel Clifford Stecher brachte Hastedt mit 3:2 nach vorne (47. Minute). Der amtierende Pokalsieger brachte nun deutlich mehr Feuer in die Partie, im positiven Sinne. Es wurde mehr und lauter miteinander gesprochen, die gegenseitige Abstimmung klappte nun deutlich besser und auch die Laufbereitschaft hatte sich stark gesteigert. Rund eine halbe Stunde vor Schluss brachte Trainer Gökhan Deli, der aufgrund von Personalmangel erneut selbst als einsatzbereite Kraft auf dem Spielberichtsbogen verzeichnet war, frisches Personal: Marcus Kenneweg kam für Elmehdi Faouzi, der zehn Minuten vorher den gelben Karton gesehen hatte, und Ardian Kaloshi ersetzte Luei Omar (beide 61. Minute). Auch die SG Aumund-Vegesack brachte einen neuen Spieler: Andreas Radke kam für Muhamed Hodzic aufs Feld. Die neuen Impulse sorgten mit für einen wahren Torregen in den letzten 20 Minuten: erst erhöhte Dennis Krefta durch die Beine von SAV-Torhüter Marvin Ekuase auf 4:2 (72. Minute), ehe Abdullah Basdas mit seinem Treffer zum 4:3 den alten Abstand wiederherstellte (73. Minute). Es dauerte lediglich vier weitere Minuten bis es das nächste Mal klingelte: der eingewechselte Ardian Kaloshi netzte zum 5:3 ein (77. Minute). Der Drops schien allmählich gelutscht, beide Teams schalteten einen Gang herunter und nahmen ausgepowertes Personal vom Feld: auf Seiten der Gäste ersetzte Fahrudin Ramic Marvin Syla (80. Minute), Hastedt brachte Firat Kilic für Max Buschermöhle (82. Minute). Den Schlusspunkt unter dieser rasanten Partie setzte Dennis Krefta mit seinem zweiten Treffer zum 6:3 (89. Minute).

FAZIT: So grausam Teile der ersten Halbzeit anzuschauen waren, so ausgeprägt war die Steigerung in den zweiten 45 Minuten. Eine torreiche Begegnung aufgrund der Tatsache dass beide Defensivabteilungen nicht ihren besten Tag hatten. Hätten die Hausherren ihre Konzentration nicht erst ab dem Pausentee auf hohen Niveau gehalten wäre diese Partie eine klarere Angelegenheit geworden. Und wenn die Offensivabteilung des BSC Hastedt einfach mal öfter trocken den Abschluss suchen würde anstatt an der irrigen Annahme man sei eine genetische Kreuzung aus Neymar, Messi und beiden Ronaldos sich einen Wolf zu dribbeln und so den Ballbesitz zuverlässig zu verlieren, dann würde man in der Tabelle mindestens zwei Plätze besser da stehen.

AUSBLICK: Am kommenden Wochenende steht der fünfzehnte Spieltag auf dem Programm, der bereits letzte Spieltag der Hinrunde. Der BSC Hastedt ist dann am Samstag den 17. November 2018 bei der BTS Neustadt zu Gast. Gespielt wird ab 14:00 Uhr auf der Sportanlage Erlenstraße.


Statistiken zum Spiel

BSC HASTEDT – SG AUMUND-VEGESACK . . . 6:3 (2:2)

0:1_ Nick Enghardt (10', Strafstoß)

1:1_ Elmehdi Faouzi (36')

2:1_ John-Dieter Thöle (42')

2:2_ Abdullah Basdas (44')

3:2_ Clifford Stecher (47', Eigentor)

4:2_ Dennis Krefta (72')

4:3_ Abdullah Basdas (73')

5:3_ Ardian Kaloshi (77')

6:3_ Dennis Krefta (89')

 

BSC Hastedt: Marcel PfaarJohn-Dieter Thöle, Sören Tetzlaff, Inouss Bourai-TouréMax Buschermöhle (82' Firat Kilic), Haris Lakic, Kai Mehrtens, Luei Omar (61' Ardian Kaloshi) – Florent Aziri ©, Elmehdi Faouzi (61' Marcus Kenneweg), Dennis Krefta. – Trainer: Gökhan Deli, Samet Deli, Yasin Orhan, Jörg Gabel.

SG Aumund-Vegesack: Marvin Ekuase – Christian Boehmer ©, Yusuf Demir, Andi Julian Marks Ramírez, Marvin Syla (80' Fahrudin Ramic) – Abdullah Basdas, Marius Bosse, Nick Enghardt, Muhamed Hodzic (61' Andreas Radke) – Mirko-Alexander Jankowski, Clifford Stecher. – Trainer: Björn Krämer, Issam El-Madhoun.

Nicht eingesetzte Reservespieler: Gökhan Deli – Florian Alexander Schäfers (Torhüter), Christian Kolek, Marcel Burkevics.

 

Schiedsrichter: Sebastian Schiller (TuS Schwachhausen). – Assistenten: Patrice-Marcel Grusa, Caner Sahan.

Gelbe Karten: Elmehdi Faouzi, Inouss Bourai-Touré – Abdullah Basdas.

Besonderes Vorkommnis: Marcel Pfaar (BSC Hastedt) hält Strafstoß von Nick Enghardt (39').


Foto-Galerie

Fotos: Imke Huntemüller.


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