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Nur ein Punkt gegen KSV Vatan Spor

Im ersten Pflichtspiel des neuen Jahres reichte es für den BSC Hastedt nur zu einem Unentschieden gegen den abstiegsgefährdeten KSV Vatan Spor Bremen.


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Blitz-Führung reicht nicht zum Sieg

Es scheint schon fast so etwas ähnliches wie eine Art Tradition zu werden: wenn der BSC Hastedt und der KSV Vatan Spor Bremen aufeinander treffen, dann sieht Hastedt dabei nicht gut aus – völlig egal wie die aktuelle Form der Teams oder die Tabellenkonstellation gerade aussieht. Der letzte Sieg des BSC gegen die Gröpelinger datiert vom 8. Oktober 2017 (damals 4:1), seit dem gab es eine Niederlage und ein Unentschieden, zudem sich nun ein weiteres Remis hinzu gesellt.

Dabei waren drei Punkte dieses Mal "Pflicht", wie Trainer Gökhan Deli seiner Mannschaft bei der Teambesprechung rund eine Stunde vor dem Anpfiff mitteilte. Und er bläute seinen Jungs auch ein die taktische Disziplin zu bewahren, warnte sie davor dass die Gäste "über den Kampf" ins Spiel kommen würden. Allen war von Anfang an klar dass dieses Duell gegen die akut abstiegsgefährdeten Gröpelinger kein Technik-Feuerwerk werden würde, und schon gar kein Selbstläufer.

Zu Beginn der Partie sah es so aus als wären die Botschaften des Chefchoaches gut verstanden worden. Nach einem Foul von Kubilay Büyükata im zentralen Mittelfeld schickte Max Buschermöhle den Ball per Freistoß in den Strafraum der Gäste. Dort erreichte er nach zwei weiteren Stationen Neuzugang Kai Schmidt, der sofort den Hammer auspackte und den Ball noch vor Ablauf der ersten Spielminute zum 1:0 in die Maschen fetzte, unhaltbar für KSV-Torhüter Safa Kilic.

Bei einer solch frühen Führung gegen ein (vermeintlich) schwaches Team wandern die Gedanken naturgemäß recht schnell in Richtung eines Kantersieges, eine Möglichkeit die angesichts der vergangenen Resultate der Gäste nicht völlig abwegig war (beispielsweise 1:6 gegen Werder Bremen III oder 2:8 gegen den ESC Geestemünde). Doch es sollte völlig anders kommen.

Denn anstelle eines Torfestivals bekamen die grob geschätzt 250 Zuschauer auf der Sportanlage am Jakobsberg eine Partie zu sehen, die man als das fussballerische Gegenstück zu einer Krampfader bezeichnen kann. Beide Teams bedienten sich einer äußerst rustikalen Spielweise, allein in der ersten Halbzeit musste Schiedsrichter Daniel Grube (TS Woltmershausen) ganze zwei Dutzend (!) unfaire Aktionen abpfeifen. Torchancen gab es trotzdem, wenn auch nicht viele: in der 27. Minute klatschte ein strammer Schuss von Ardian Kaloshi genau auf Gäste-Keeper KIlic, kurz vor dem Halbzeitpfiff brachte der Ex-Hastedter Ridvan Sahin das Gehäuse per Freistoß in Bedrängnis.

Auch die zweite Hälfte war dominiert von grober Spielweise, einer aggressiven Stimmung auf dem Platz sowie von vielen Fouls und versteckten Beleidigungen. Angesichts dessen wurde es mit fortschreitender Spieldauer immer verwunderlicher dass Schiedsrichter Grube sich sehr lange Zeit ließ bis er zum ersten Mal den gelben Karton aus der Tasche holte, die er dann auch noch ausgerechnet dem erst wenige Minuten zuvor eingewechselten Firas Tayari bei seinem allerersten (und zudem auch noch relativ harmlosen) Foul unter die Nase hielt – es waren rund ein halbes Dutzend Akteure auf dem Platz die zu diesem Zeitpunkt eine Verwarnung aufgrund der Summe ihrer Regelübertretungen weit mehr verdient gehabt hätten. Aber sei es drum, für Tayari war es die erste gelbe Karte in dieser Saison (64. Minute).

Ach ja, Fußball wurde nebenbei auch noch gespielt, aber kein guter. In der 50. Minute scheiterte der völlig allein vor dem Gäste-Torwart aufgetauchte Revan Coskun an eben diesen, zwei Minuten später knallte ein von Hamza Miri getretener Freistoß für den KSV Vatan Spor an den Pfosten. Weitere 120 Sekunden danach stürmte Kaloshi allein auf das Tor der Gäste zu, wurde aber von der Abseitsfahne zurück gepfiffen.

Mit Disziplin war es nach etwa einer Stunden beim BSC Hastedt nicht mehr weit eher. Trainer Gökhan Deli brach an der Seitenlinie mehrmals in Wut aus weil die Mannschaft die abgesprochenen Laufwege und Stellungsspiel-Vorgaben mittlerweile komplett über den Haufen geworfen hatte. Die Folge: der Ausgleich zum 1:1 in der 65. Minute durch Damir Begic, ein absolut verdienter Treffer. Doch anstatt dieses Gegentor als Weckruf zu realisieren ging die Ordnung immer mehr zum Teufel, parallel wurden selbst kleinste Fouls oder Schiedsrichter-Fehleintscheidungen (von denen es leider einige gab) mit lautem Gebrüll und völlig übertriebener Theatralik "diskutiert". Hochprozentige Torchancen gab es keine mehr, der Abpfiff war für nicht wenige der Anwesenden eine Erlösung.

 

Fazit: Hastedt verliert verdient zwei Punkte und muss sich den Vorwurf gefallen lassen diese mehr durch eigenes Unvermögen als durch Überlegenheit des Gegner verschenkt zu haben.

 

Bester Hastedter Spieler auf dem Platz: Noriaki Matsuda. Der japanische Neuzugang beteiligte sich kaum an den zahlreichen Streitereien, sondern absolvierte stattdessen ein beeindruckendes Laufpensum. Blitzschnell, wieselflink und äußerst wendig dribbelte er die Gegner mehrmals zur Verzweiflung.

 

Ausblick: das nächste Spiel bestreitet der BSC Hastedt am Sonntag den 24. Februar 2019 gegen die Leher Turnerschaft. Gespielt wird ab 15:00 Uhr auf der Sportanlage Speckenbütteler Park (Honholdstraße 1, 27580 Bremerhaven). ACHTUNG: Das für kommenden Mittwoch geplante Testspiel beim FC Verden 04 wurde abgesagt!

Statistik:

BSC HASTEDT – KSV VATAN SPOR BREMEN . . . 1:1 (1:0)

1:0_ Kai Schmidt (1')

1:1_ Damir Begic (64')

 

BSC Hastedt: Pascal Wiewrodt – Dimitri Alexander Khoroshun, Inouss Bourai-Touré, Sören Tetzlaff, Sergio Koleci (74' Karl-Simon Jäger) – Max Buschermöhle (54' Firas Tayari), Kai Mehrtens © – Noriaki Matsuda, Ardian Kaloshi, Revan Mert Coskun – Kai Schmidt. – Trainer: Gökhan Deli.

KSV Vatan Spor Bremen: Safa Kilic – Ezber Bayraktar, Serdal Deli, Ahmet Dogmus ©, Isaac Kofi Donyina – Kubilay Büyükata (82' Tolga Cengel), Süleyman Gencboy, Hamza Miri (63' Redouan Ahrirou), Ridvan Sahin – Arlin Saja, Anil Yücel (18' Damir Begic). – Trainer: Turan Büyükata.

Nicht eingesetzte Reservespieler: Marcel Pfaar (Torhüter), John-Lagoye Bamidele (Torhüter), Firat Kilic – Mustafa Büyükata (Torhüter), Eray Derin, Glen Saja, Okan Uca.

 

Schiedsrichter: Daniel Grube (TS Woltmershausen). – Assistenten: Niklas Hunold (TuRa Bremen), Yannick Wittwer (SV Werder Bremen).

Gelbe Karten: Firas Tayari (64'), Revan Mert Coskun (71') – Ezber Bayraktar (71').

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