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Sieg gegen Werder, Rot für Vollidiot

Am vergangenen Sonntag gelang dem BSC Hastedt der erste Sieg gegen Werder Bremen III überhaupt. Ein Strafstoß entschied eine Partie die zum Ende auch noch eine kuriose rote Karte zu bieten hatte.


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Dieses Spiel war ein Hochgenuss für Taktik-Füchse. Diese Phrase bedeutet soviel wie: Gähn. Vor allem in der ersten Halbzeit. Bei regnerischen Schietwedder waren spannende Höhepunkte akute Mangelware. Die größte Tormöglichkeit hatte Revan Coskun gleich in der 3. Minute, sein Schuss knallte aber leider nur an den Pfosten. Acht Minuten später wäre Kai Schmidt der Abwehr des SV Werder fast enteilt, aber die Abseitsfahne pfiff den Stürmer wieder zurück. So blieb es bis zum Halbzeitpfiff bei einem torlosen Unentschieden.

Das sollte sich im zweiten Durchgang ändern. Nach Wiederanpfiff waren erst fünf Minuten gespielt, als Werders Bakary Bojang Hastedts Stürmer Ardian Kaloshi im Strafraum fällte. Eine Karte gab es nicht für Bojang, der in dieser Szene weder zum ersten noch zum letzten Mal mit rüden Aktionen auffallen sollte, aber Schiedsrichter Karsten Meyer entschied zurecht auf Strafstoß. Den verwandelte Kai Schmidt sicher zum 1:0 für den BSC Hastedt (50. Minute; siehe Video unten).

Es war eine teilweise rüde und ruppige Partie, in der Referee Meyer sehr viel durchgehen ließ. Fußballerische Feinkost war das nicht, eher trockenes Graubrot vom Vortag. Werders U21 versuchte weiter den Weg nach vorne und in Richtung Ausgleich zu finden, scheiterte aber an den defensiv äußerst diszipliniert und effizient agierenden Hastedtern.

Das Kuriosum des Tages begann in der 86. Minute: Revan Coskun wurde ausgewechselt und durch Marcel Pfaar ersetzt. Der ist eigentlich Torhüter, kann diesen Job aber aufgrund einer noch nicht ausreichend verheilten Handverletzung derzeit nicht ausüben. Wegen des akuten Personalmangels im Team erklärte sich Pfaar jedoch bereit als Feldspieler auf der Bank Platz zu nehmen. Als Dankeschön wollte Trainer Gökhan Deli dem Keeper, der heute das Trikot des gesperrten Inouss Bourai-Touré mit der Nummer 3 trug, einige Minuten Einsatzzeit schenken. "Du gehst vorne rein und machst ordentlich Wirbel", sagte der Coach zu ihm als Pfaar sich bereit machte. Der tat wie ihm geheißen und gab sein bestes um Lücken in die Abwehrkette des SV Werder Bremen III zu reißen. Die reguläre Spielzeit war mittlerweile abgelaufen, es lief die fünfte Minute der Nachspielzeit, als Pfaar sich an der Seitenlinie einen Zweikampf mit Bakary Bojang lieferte. Dabei pfefferte der Werder-Verteidiger Pfaar über die Seitenauslinie hinaus gegen den Zaun, der den Kunstrasenplatz umgrenzt. Der direkt daneben stehende Schiedsrichter-Assistent Moritz Degenhardt zeigte nach diesem erneuten rüden Einsteigen von Bojang keine Reaktion, ebenso wenig wie Schiedsrichter Meyer. Sowohl Pfaar als auch die Hastedter Bank beschwerten sich lautstark beim Unparteiischen mit der Fahne und forderten die Spieler stärker gegen solche Grobheiten zu schützen, wobei Pfaar das Wort "Vollidiot" rausrutsche (es ist unklar ob er damit Bojang oder Degenhardt gemeint hat). Degenhardt hob die Fahne, lief zu Chef-Schiri Meyer und berichtete ihm von den Vorfall. Meyer zog die rote Karte aus der Gesäßtasche, hätte die aber dann beinahe Beom-gu Kang unter die Nase gehalten - der Werderspieler trug wie Pfaar die Nummer 3. Pfaar gab sich eigenständig als der wahre Übeltäter zu erkennen und machte sich auf den Weg zur Seitenlinie noch bevor Meyer den Arm mit dem roten Karten in die Luft hob. Pfaar wird dem BSC Hastedt bei den nächsten beiden Auswärtsspielen in Blumenthal (9. März) und in Borgfeld (24. März) fehlen.

 

Fazit: Ein schwaches Spiel, das aufgrund der taktischen Disziplin mit dem BSC Hastedt einen verdienten Sieger gefunden hat.

Bester Hastedter Spieler auf dem Platz: Sören Tetzlaff. Der Verteidiger ging weite Wege und war durch sein hervorragendes Stellungsspiel einer der Garanten für den Erfolg.

Ausblick: Der BSC Hastedt muss am kommenden Samstag den 9. März 2019 auswärts beim Blumenthaler SV antreten. Das Spiel wird um 14:30 Uhr im Burgwall-Stadion angepfiffen.

Statistik

BSC HASTEDT – SV WERDER BREMEN III . . . 1:0 (0:0)

1:0_ Kai Schmidt (50', Strafstoß, Bojang an Kaloshi)

 

BSC Hastedt: Pascal Wiewrodt – Dimitri Alexander Khoroshun, Sören Tetzlaff – Max Buschermöhle, Sergio Koleci, Noriaki Matsuda, Kai Mehrtens © – Revan Mert Coskun (86' Marcel Pfaar), Ardian Kaloshi (66' Firat Kilic), Dennis Krefta (75' Iman Saghey-Bi-Ria), Kai Schmidt. Trainer: Gökhan Deli, Samet Deli, Yasin Orhan.

SV Werder Bremen III: Jan-Niklas Dähne – Bakary Bojang – Mamadou Ibrahima Diop, Beom-gu Kang, Philip Knauth (70' Gianfranco Confuorti), Elvis-Andrei Popa (65' Salwan Bees), Behljulj Salihi ©, Sora Terada, Ludwig Voß – Karim Jahjah, Kennedy Ukachukwu (65' Alper Cakir). – Trainer: Andreas Ernst, Stefan Horeis.

Nicht eingesetzte Reservespieler: John Bamidele Lagoye (Torhüter), Gökhan Deli, Evis Halit Gakovi, Karl-Simon Jäger – Sakar-Tareq Zeyad (Torhüter), Sergen Simsek, Jonas Haubner, Richard MC Mensah Quarshie.

 

Schiedsrichter: Karsten Meyer (ATSV Sebaldsbrück). – Assistenten: Moritz Degenhardt (FC Riensberg '11), Leonardo Saciri (TV Bremen-Walle 1875).

Gelbe Karte: Iman Saghey-Bi-Ria (85', Handspiel). – Gelb-Rote Karten: keine. – Rote Karte: Marcel Pfaar (90'+1, Schiedsrichter-Beleidigung).

VIDEO: DER ELFMETER VON KAI SCHMIDT ZUM 1:0-SIEGTREFFER

FOTO-GALERIE

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